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Sonntag, 25. Juni 2017

Buch - "Wenn ich dich nicht erfunden hätte" von Julia Dippern

Hier geht es zum Label der Ink Rebels!



Titel: Wenn ich dich nicht erfunden hätte
Autor: Julia Dibbern
Genre: Young Adult
Verlag: Ink Rebels
Seiten: 277
Preis: 3.99€ (eBook) / 12,90€ (Klappbroschur)
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 Alles davor ließ sich irgendwie noch logisch erklären – aber das hier?! Konnte man wirklich einen Menschen … erschaffen? Einfach dadurch, dass man sich ihn ausdachte? Und der lief dann quicklebendig durch die Gegend?
Seit sie sich erinnern kann, schreibt Leo Geschichten.
Eines Tages steht der Junge vor ihr, den sie sich wieder und wieder ausgedacht hat. Seelenverwandtschaft, ganz klar. Nur leider hat sie beim Erfinden ein paar Kleinigkeiten übersehen.
 Quelle: Ink Rebels



Die Ink Rebels schlagen zur Zeit hohe Wellen. Ihre Bücher sind beliebt und sie stauben ordentliche Rezensionen ab. Klar, dass ich da neugierig wurde und der Klappentext von "Wenn ich dich nicht erfunden hätte" liest sich großartig. Genau das Richtig, wenn man selbst Schreiberling ist! Also stand die Urlaubslektüre fest.

Leo zieht zum Studieren vom Land in die große Stadt und ist zum ersten Mal auf sich allein gestellt. Klar, dass das im Chaos endet. Ihre erste eigene Wohnung ist eine Saubude und zu allem Überfluss kennt sie niemanden in Hamburg.
Als sie dann auf Loris trifft, scheint er die Rettung zu sein, denn er hat ein freies Zimmer in einem frisch renovierten Haus und sieht auch noch verdammt gut aus. Doch Loris ist weit davon entfernt perfekt zu sein und zeigt Leo ein aufregendes aber auch gefährliches Leben.

Die Story ist eine typisch "unschuldiges Mädchen trifft Bad Boy"-Geschichte. Das kann mal gut gemacht sein und mal fürchterlich nach hinten gehen. Ein Reinfall war das Buch für mich nicht - so viel vorweg. Doch überzeugt hat es mich auch nicht.

Stilistisch und handwerklich kann ich mich nicht beschweren. Julia Dippern schreibt flott und frech. Es lässt sich gut lesen und hat einen gewissen Witz. Wahrscheinlich habe ich deswegen auch nicht abgebrochen, da es sich so locker konsumieren ließ.

Mein großer Haken sind die Charaktere - allen voran Leo, die Protagonisten. Manchmal wollte ich sie nur packen und schütteln oder sogar erwürgen. Ich meine, dass man mit 18 noch nicht die große Portion Lebenserfahrung hat, ist klar. Und auch eine gewisse Naivität ist ganz süß, aber dieses Mädchen hat den Vogel abgeschossen. Ich komm auch vom Dorf und bin behütet aufgewachsen, aber Leo muss hinterm Mond gelebt haben, in einer Zuckerwatte-Einhorn-Welt oder in irgendeinem Keller. Für mich schlug ihre Naivität irgendwann in Dummheit um und es war für mich echt anstrengend.
Viele meiner Leser wissen, wie wichtig mir gute Charaktere sind und dass ich dann auch viele andere Macken verzeihe, wenn mich die Charaktere überzeugen. Hier war es genau anders herum. Eine Story, die vielleicht richtig gut hätte überzeugen können, scheiterte an der Protagonistin.

Loris hingegen fand ich ziemlich spannend. Natürlich ist er ein Arsch und er will sich auch gar nicht ändern oder verbiegen und das finde ich super. Er hat es für mich etwas herausgerissen. Und das Ende. Ich fand es sehr gut umgesetzt, will aber nichts verraten.

Besonders schade fand ich, dass der Teil mit den Geschichten sehr schnell in den Hintergrund rückte. Eigentlich war das überhaupt nicht interessant für die Story und ich war echt enttäuscht, denn wenn man selbst schreibt, erweckt man seine Charaktere oft und gerne zum Leben. Ich dachte bei dem Klappentext, dass dort auch etwas mehr der Fokus liegen würde.



Schön schade. Die Geschichte hat Potential, der Stil ist super, die Protagonistin nervt. Vielleicht habe ich auch einfach zu viel erwartet durch den Hype um die Ink Rebels, aber dieses Buch ist dem Ruf leider nicht gerecht geworden.
Trotzdem liest es sich schnell und ich zumindest wollte wissen wie es mit Loris weiter geht. Am Ende fühlte ich mich doch irgendwie unterhalten. Für mich war es nette Pool-Lektüre, leider nicht mehr.

Eure Jenny

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